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Gemeinsam gegen Kinderarmut - PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ivonne Heinle   

mit dem "Schnurmann Fördertopf "

35-40% der schnurmann.jpgKinder aus Ein-Eltern Familien wachsen in relativer Armut auf; chronische Krankheiten, Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten nehmen stark zu; der Schulerfolg der Kinder hängt wesentlich vom Bildungsstand der Eltern ab; Kinder aus ausländischen Familien sind in Sonder- und Hauptschulen stark überrepräsentiert.-  Zitate aus einem Unicef Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland vom 26.05.2008.

Auch die NaturFreundeJugend Baden hat auf die immer weiter verbreitete Kinderarmut reagiert. Seit diesem Jahr wird eine bestimmte Anzahl von Plätzen auf Freizeiten und dem PfingstCamp für Kinder aus Armutsfamilien unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Des Weiteren hat  die NaturFreundeJugend Baden den „Schnurmann-Fördertopf“ entwickelt, der den Kinder- und Jugendgruppen helfen soll, Kinder aus Migrationsfamilien zu integrieren und ihnen „Eigenaktivität, Konfliktfähigkeit und Verantwortungsgefühl“ zu ermöglichen. Dies ist eine vehemente Forderung, welche auch Unicef Sprecher erheben.

Der Namensvetter des „Schnurmann-Fördertopfs“, Siegfried Schnurmann, wird 1907 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in Offenburg geboren. 1928 wird er Mitglied bei den NaturFreunden Baden, wo er sehr aktiv ist. Im Jahre 1939 muss Siegfried Schnurmann Deutschland verlassen um sich vor den Nationalsozialisten zu retten. Seine Eltern haben nicht so viel Glück, sie werden im Luxemburg aufgegriffen und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 umkommen.

Nach sechs Jahren Exilsaufenthalt in Schweden und Israel kehrt Siegfried Schnurmann nach Baden zurück und nimmt seine Arbeit bei den NaturFreunden wieder auf. Jahrzehnte lang ist er Funktionär in den Bezirksleitungen 4 und 5. In Offenburg und Freiburg kümmert er sich um notleidende und alleinstehende Menschen. Hier liegt ihm vor allem die Jugend am Herz, welcher er nach dem Krieg und der Zerstörung im Land wieder eine neue Perspektive geben will. 1993 wird er dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die NaturFreundearbeit und das Häuserwerk können sich über manche Spende von Siegfried Schnurman freuen.  Am 12. Dezember 2004 stirbt Siegried Schnurmann im Alter von 97 Jahren. Seine Bestrebungen, die Jugendarbeit zu fördern und die NaturFreunde zu unterstützen, zeigen sich auch nach seinem Tod - er hinterlässt der NaturFreundeJugend Baden eine beträchtliche Summe.

Diese Summe fließt nun in den oben erwähnten „Schnurmann-Fördertopf“. Er dient dazu, Projekte der Kinder- und Jugendgruppen in ganz Baden finanziell zu unterstützen. Gefördert werden beispielsweise Projekte aus dem Bereich Umweltschutz, Projekte, die sich die Kinder und Jugendlichen selbst ausgesucht haben, Projekte, die die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterstützen oder Projekte gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Siegfried Schnurmann erlebte Fremdenfeindlichkeit am eigenen Leib und lernte durch seine Jahre im Exil auch das Leben eines Migranten kennen. Die NaturFreundeJugend Baden geht aus diesem Grund davon aus, dass auch er mit der Verwendung seines Geldes voll und ganz zufrieden wäre.

Weitere Informationen zum „Schnurmann-Fördertopf“ gibt es im Büro der NaturFreundeJugend Baden unter 0721/405097 oder unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst     

Zum Antragsformular 





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Letzte Aktualisierung ( Montag, 4. Oktober 2010 )
 
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